00:00:00: Also das Rasen, da geht es in den seltensten Fällen darum dass die Leute zu einem Termin oder zu einer Verabredung müssen.
00:00:06: Eher spielen da so Themenrolle, dass man eben gemeinsam im Auto ist vielleicht gute Musik hört und dann eben den Kollegen zeigen will wie gut man ein Auto fahren kann oder einfach wirklich einmal das Auto bisschen austauschen will.
00:00:18: Es werden auch selten gezielt Strecken ausgesucht wo man das machen kann.
00:00:23: Es passiert einfach auf der Fahrt vielleicht am Samstagabend zum Ausgehen, am Wochenende wenn man mit seinen Kollegen ein bisschen hin und herum fährt.
00:00:32: Und dabei entwickeln sich dann diese Situationen, wo dann so stark aufs Gas gesucht
00:00:36: wird.".
00:00:38: Gut zu wissen – der Erklär-Podcast der Tiroler Tageszeitung.
00:01:02: Dass so ein Verhalten hinter dem Steuer gefährlich ist, zeigen die Unfallstatistiken zur Genüge.
00:01:21: Abhalten lassen sich Raser davon trotzdem nicht und ich gendere bewusst nicht denn es sind vor allem Männer, die gerne aufs Gas treten.
00:01:30: Ich habe mich gefragt was verführt Menschen überhaupt dazu mit extremer Geschwindigkeit zu fahren?
00:01:36: Ohne Rücksicht auf das eigene Leben oder das Leben anderer?
00:01:40: Ist es der Nervenkitzel Die Suche nach dem Kick Probe.
00:01:46: Was geht in den Köpfen von Rasern vor?
00:01:48: Fragen, die ich Markus Petter gestellt habe!
00:01:51: Als Verkehrspsychologe hat er in seiner täglichen Arbeit mit einigen Rasern zu tun – in seinen Kursensitzen Menschen, die genau deswegen ihren Führerschein verloren haben.
00:02:00: Ich bin Annella Wächter und willkommen bei Gut Zu Wissen dem Podcast der Tiroler Tageszeitung.
00:02:07: Hallo Herr Peter, willkommen bei uns im Podcast.
00:02:10: Schön dass Sie da sind.
00:02:12: Herzlichen Dank für die Einladung.
00:02:13: Wir wollen ja heute vor allem über das Rasen sprechen.
00:02:16: Davon liest man Gefühl täglich in der Presse, erst kürzlich war er ein neunundzwanzigjähriger Oberländer mit fast hundert-achtzig kmh im Milsort Tunnel unterwegs.
00:02:27: Erlaubt wären dort hundert kmh und kurz darauf wurde ein weiterer junger Mann auch neun und zwanzig mit hundert achtzig auf der Intalautobahn geblitzt.
00:02:37: Auch hier werden eigentlich nur hundertkmh erlaubt.
00:02:40: was verführt Menschen denn jetzt dazu derartige Schwindigkeit zu übertreten.
00:02:46: Die Gründe sind sicher sehr, sehr unterschiedlich.
00:02:49: zum einen kann es sein Zeitdruck Stress die Leute wollen schnell irgendwo hin oder aber natürlich auch man möchte das Auto ausprobieren oder Ausfahren.
00:02:59: Es gibt auch die Möglichkeit dass man eben in der Gruppe unterwegs ist mehrere leute in einem Fahrzeug und einfach die gute Stimmung hat und dann einfach auch zeigen will wie gut man vielleicht fahren kann.
00:03:09: also die gründe sind hier äußerst unterschiedlich.
00:03:12: Ist es denn eigentlich so, dass das Rasen, wenn man jetzt Gefallen daran gefunden hat, dass er süchtig macht?
00:03:18: Also dieser Nervenkitzel einen süchtigt macht.
00:03:20: So ähnlich wie beim Progenkonsum?
00:03:22: Sucht ist ein schwieriges Wort aber auf alle Fälle ist schon so, um diese Suche nach dem Kick oder den besonderen durchaus ein Thema sein kann.
00:03:31: und wenn ein Autolenker das Gefühl hat... dass er eh nicht erwischt wird und es schon mehrfach gut gegangen ist, kann ihn das schon dazu verführen, dass er dann das ein oder andere Mal auch wieder stark aufs Gas drückt.
00:03:43: Also von einem her keine Sucht aber so eine Motivation schneller zu fahren als erlaubt lässt sich schnell finden.
00:03:51: Jetzt bei den zwei Fällen, die ich da vorab genannt habe gibt es ja eine Gemeinsamkeit.
00:03:55: Das betrifft in diesen Fällen zwei junge Männer.
00:03:58: Auch das liest man eigentlich sehr oft, dass es vor allem vorwiegend junge Männer sind, die zu schnell fahren und das eben sehr gerne.
00:04:04: Warum ist das eigentlich so?
00:04:06: Generell zeigen Unfallstatistiken um Statistiken zur Verkehrsauffälligkeiten, dass Männer hier deutlich stärker vertreten sind als Frauen.
00:04:15: Zum Weiteren... gehören eigentlich, oder besonders eben diese jungen Männer zu einer Risikogruppe.
00:04:21: Weil einfach in diesen jungen Alter die Risiko wahrnehmen und Risikoreinschätzung eine ganz andere ist Und für junge Männer in vielen Teilen der Gesellschaft auch Autofahren etwas Besonderes ist und ein Restisch hat.
00:04:37: Man identifiziert sich mit dem Auto Man fährt ein teures schönes Auto, will das natürlich auch zeigen und will es dann natürlich auch vielleicht nutzen.
00:04:46: Und somit sind Männer in dieser Gruppe der Schnellfahrer deutlich häufiger vertreten als Frauen.
00:04:51: Ist das auch bei Ihnen in den Sitzungen so?
00:04:54: Sie arbeiten ja als Verkehrspsychologe,
00:04:55: d.h.,
00:04:56: dass kommen auch Menschen zu Ihnen die eben zu schnell gefahren sind.
00:05:00: Wie schaut das in der Praxis aus?
00:05:01: Generell haben ... Frauen deutlich geringeres Risiko beziehungsweise sind deutlich weniger anfällig, der liegt im Straßenverkehr zu setzen.
00:05:11: Gerade wenn es um Geschwindigkeit geht, sind schon junge Männer, junge Probeführerscheinbesitzer die eben die am häufigsten vertreten sind.
00:05:20: und von der Persönlichkeit her gibt's da nicht Die klassische Person aber war sicher sehr oft eine Rolle im Spiel, dass schon Autofahren für diese Gruppe Menschen etwas sehr Besonderes und sehr Wichtiges ist.
00:05:34: Das heißt es besteht ein emotionaler Bezug zum Autofahrern.
00:05:37: man definiert seine Persönlichkeit über das Auto fahren und möchte natürlich auch über das Fahren sich selber darstellen.
00:05:43: und sehr häufig werden dann auch Fahrzeuge gefahren die besstärkt sind und auch optisch etwas her machen.
00:05:51: damit das ganze Bild dann halt stimmig ist gesügt man halt danach öfters Gas.
00:05:55: Ist eigentlich den Nachschulungsteilnehmerinnen bewusst, dass sie auch etwas Gefährliches gemacht haben?
00:06:00: Also nehmen Sie irgendwie die Gefahr wahr, die beim Rasen entsteht, sei es für sich selbst oder auch für Unbeteiligte oder muss man das tatsächlich erst alles aufarbeiten was das eigentlich für Folgen haben kann?
00:06:13: Es ist sehr unterschiedlich.
00:06:14: Natürlich gibt es Kandidatinnen, denen völlig klar ist dass sie hier ein Risiko eingehen und auch andere Menschen gefährden.
00:06:21: Sehr häufig haben wir das aber schon mit einer Personengruppe zu tun die ihr eigenes Fehlverhalten als okay beurteilt und eher dass das Problem in fremdem fehl Verhalten sieht.
00:06:33: Das heißt Dadurch ist schon sehr häufig erst einmal mit den Nachschwungskandidatinnen zu klären, wo denn überhaupt die Risiken und Gefahren liegen.
00:06:41: Und was eigentlich für ein Risiko überhaupt eingegangen wurde?
00:06:44: Und diese Risikoreinschätzung ist eben rein auch entwicklungspsychologisch gerade bei jungen Männern etwas, das deutlich anders ausschaut, nämlich auch dieses Risikoentwicklung auch langsamer passiert.
00:06:56: Was haben Sie jetzt gemeint mit dem Fehlverhalten anderer?
00:06:59: Was die Teilnehmerinnen verorten, heißt das sie sind der Meinung.
00:07:03: Sie sind die guten Autofahrer und die anderen Verkehrsteilnehmern nicht.
00:07:07: Generell haben wir in Österreich das Thema dass sehr viele Autofahre von sich glauben, dass sie eine sehr gute Autoffahrerin sind und das spiegelt sich natürlich auch in dieser Gruppe wieder.
00:07:16: Denn meisten ist überhaupt nicht bewusst was es heißt ein Fahrzeug zum Stehen zu bringen wenn man zwei HMH fährt oder andere Geschwindigkeiten.
00:07:25: Und auch wenn man sie mit ihrem Verhalten konfrontiert, kommen die mir wieder aussagen.
00:07:30: Sie hätten es ja im Griff gehabt und sind ja nur dort schnell gefahren wo eh nichts passieren kann.
00:07:35: Es war nix los in der Nacht, das waren keine Fußgänger da oder es war die Autobahn die leer war.
00:07:41: Solche Sachen kommen immer wieder, die das eigene Fehlverhalten dann eben gut als schön reden sollen.
00:07:46: Die Nachschulungen, die sie jetzt geben welche Inhalte werden denn da besprochen?
00:07:51: Grundsätzlich wird geschaut dass diese Themen zu einer Zuweisung führen, bearbeitet werden.
00:07:58: Wenn es um Thema Geschwindigkeit geht schaut man sich natürlich erst mal an wie war der Delikt?
00:08:03: und lässt sich den Delikter klären, lässt sich dabei auch ein bisschen erklären wie wichtig Autofahren für die Person ist damit man immer einen Gefühl kriegt besteht da eine emotionale Bindung?
00:08:14: macht er das vielleicht regelmäßiger?
00:08:16: War sein Ausrutscher womit hängt's vielleicht zusammen?
00:08:20: Und dann einfach versucht zu erarbeiten, dass sein Risikoverständnis in der Person wachsen kann.
00:08:27: Wenn man es mal so zum Beispiel anderhalte Weg berechnen ist ein einfaches Tool um das einfach einmal zu schauen und dann geht's ja auch immer darum, dass man mit dem Kandidaten, mit der Kandidatin erarbeitet.
00:08:39: was bringt es wenn ich das Verhalten ändere?
00:08:42: Zeigen Sie sich dann die Teilnehmenden einsichtig?
00:08:44: Kann man diesen Drang zu schnell zu fahren tatsächlich gut wegtherapieren unter Anführungszeichen.
00:08:50: Für eine Therapie sind die Sitzungen im Zug einer Nachschulung zu wenig, aber man kann einen Anstoß geben und schlussendlich funktionieren tut es nur wenn die Person selber will.
00:09:02: Es gibt den Nachschulkandidaten der sagt ich möchte nie wieder so viel Geld für sowas ausgeben.
00:09:08: Und dann gibt's nachschulungskandidaten.
00:09:10: denen ist die Zeit zu schade mit diesem Argument ein bisschen erarbeiten.
00:09:16: Was bringt es Ihnen, wenn Sie dieses Verhalten im verändern?
00:09:18: Also sehr, sehr unterschiedlich.
00:09:21: Aber wann wird man eigentlich zu einem Raser – was ist sozusagen zu schnell?
00:09:26: Zu schnell?
00:09:27: ist jeder KMH, der nicht mehr fahre also laut!
00:09:29: Anders gefragt ist jeder einen Raser, der zu schnell fährt.
00:09:34: Wovon allgemein spricht?
00:09:35: beim Raser sind die die Geschwindigkeitslimites deutlich überschreiten.
00:09:39: Grundsätzlich ist es aber schon so, dass eigentlich jegliche Geschwindigkeitsüberschreitung ein Risiko darstellt und von dem her eben auch niedrige Geschwindighetsüberscheitungen bestraft werden.
00:09:51: Aber halt in einem anderen Rahmen.
00:09:53: Geht es um Strafen für Autofahrer die zu schnell fahren?
00:09:55: Wird gerne die Schweiz als Beispiel für extreme Strenge hergenommen?
00:09:59: Halten jetzt strengere Gesetze auch eher vom Rasen ab oder sind das eher die engmaschigen Kontrollen?
00:10:06: Generell in der Forschung weiß man Strafen brauchen eine ideale Strafhöhe.
00:10:12: Sind Strafen zu niedrig, wird ein Gesetz nicht ernst genommen weil es keine Konsequenz hat.
00:10:19: Im Gegenzug dazu ganz extreme Strafen muss man auch ehrlich sein verhindern keine Straftaten.
00:10:25: Weil sonst müssen wir davon ausgehen dass in Ländern wo die Todesstrafe auf Mord zum Beispiel besteht das es dort keine Morde mehr gibt.
00:10:32: trotzdem passieren sie.
00:10:33: Das heißt also auch Extreme Strafen sind nicht der einzige Schlüssel.
00:10:39: Idealerweise sind Strafen so im mittleren Bereich ganz gut für die Akzeptanz, was aber wichtig ist dass die Personen und die Leute das betrifft ein Gefühl haben müssen dabei erwischt zu werden.
00:10:53: Das heißt, die Kontrolldichte spielt hier eine ganz wesentliche Rolle.
00:10:58: Strafen funktionieren nur dann wenn auch eine hohe Kontroll-Dichte da ist und gleichzeitig braucht es aber dann auch noch Öffentlichkeitskampagnen, Imagekampagnien damit einfach den Leuten auch bewusst wird was das überhaupt bedeutet für einen selber, für andere, wenn man gewisse Risiken eingeht.
00:11:17: also von dem her braucht's ein Maßnahmenpaket Der weiß.
00:11:21: als letztes Schluss ist sicher nicht nur allein die Erhöhung der Strafen, es braucht mehr damit das langfristig dann zu einer Veränderungsführung.
00:11:30: Ja Herr Better, vielen Dank für das Gespräch und den Besuch bei uns.
00:11:34: Herzlichen Dank von der Einladung!